Open Source Warenwirtschaft


Warenwirtschaft oder auch in den häufigsten Fällen Warenwirtschaftssystem genannt, behandelt die verschiedenen Bereiche innerhalb eines Unternehmens. Darunter zählen das Finanzmanagement, Einkauf und Verkauf sowie die Logistik und die Lagerhaltung. Alle Bewegungen, die während eines Prozesses in einem Unternehmen durchgeführt werden, werden in einem Warenwirtschaftssystem festgehalten. Spricht man von einem solchen System, so ist dies oftmals in Verbindung mit einer entsprechenden Software gemeint. Das moderne Warenwirtschaftssystem oder auch kurz WWS genannt (wird im weiteren Verlauf des Textes auch so abgekürzt), ist in der heutigen Zeit ein wesentlicher Bestandteil eines Unternehmens und soll mithilfe von Softwareprogrammen stets optimiert werden. Dafür verstehen verschiedene Varianten zur Verfügung, wie beispielsweise Open Source Modelle.


Open Source ist die Kurzform von Open-Source-Software oder OSS genannt (Die Abkürzung OSS wird auch im Text weiter verwendet). Übersetzt könnte man diesen Begriff als offene Quellen bezeichnen, was das Prinzip von OSS ziemlich genau widerspiegelt. Als OSS werden alle Programme bezeichnet, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist. Dies lässt sich anhand eines kleinen Beispiels sehr einfach verdeutlichen.

Ein typisches Programm, welches man käuflich erwerben kann, kann man in seiner reinen Form nutzen, so wie es vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird. Als Kunde kauft man hier ein fertiges Produkt, welches in seiner Grundform funktioniert, jedoch durch Updates immer wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden kann. Dies geschieht in der Regel durch den Hersteller selbst.

Bei einer OSS ist das Produkt kostenlos und kann von jedem User individuell genutzt werden. Das bedeutet, dass man hier nicht nur den ursprünglichen Quelltext nutzen kann oder muss, sondern das jeweilige Programm oder die jeweilige Software entsprechend modifizieren darf. Ein OSS ist nicht an einen bestimmten Hersteller gekoppelt, sondern ein frei zugängliches Programm / zugängliche Software für die Allgemeinheit.



Eine OSS bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, die sich sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich finden lassen. In den meisten Fällen ist es hier der Kostenfaktor, der für ein Unternehmen entscheidend ist und der nicht selten auch darüber entscheidet, welche Software am Ende genutzt wird. Doch der Kostenfaktor ist hier nicht der einzige Vorteil, den eine OSS mitbringt, wie man bei den folgenden Punkten noch sehen wird. Dennoch soll aber auch auf diesen Punkt noch einmal kurz eingegangen werden.

Punkt 1: Der Kostenfaktor

Wie schon angesprochen, ist der Kostenfaktor ein wichtiger Punkt, der auch als erstes angesprochen werden soll. Ein OSS ist in der Regel kostenfrei und somit natürlich in Bezug auf diesen Punkt unschlagbar. Zwar gibt es hier auch Ausnahmen, aber diese sind sehr selten und beziffern meist nur einen sehr geringen Kostenrahmen, der als Obolus zu verstehen sein könnte.

Punkt 2: Keine direkte Bindung zum Hersteller / Lieferanten

Ein wesentliches Problem einer kommerziellen Software ist, dass diese auf die Struktur des Unternehmens basiert, welches dieses Produkt auch herstellt. In den meisten Fällen ist es daher so, dass die Software nicht exakt passend auf das Unternehmen zugeschnitten ist, welches das Produkt erwirbt. Dies kann zu zwei Situationen führen. Entweder, die Software besitzt zu wenig Funktionen, was einen Nachkauf von weiteren Elementen zur Folge hat (insofern dies vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird) oder das Programm hat zu viele Funktionen, was die Übersicht erschwert. Darüber hinaus muss man an dieser Stelle dann auch anmerken, dass die zusätzlichen Funktionen natürlich auch bezahlt werden mussten. Somit hat man hier Gelder für Features ausgegeben, die nicht benötigt werden.

Bei einer OSS wird das Grundgerüst einer Software zur Verfügung gestellt, die dann individuell angepasst werden kann. Somit kann jedes Unternehmen, die jeweilige Software bis ins kleinste Detail an die eigenen Wünsche und Vorstellungen anpassen. Natürlich kann dies mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden sein, jedoch ist ein komplexes System, welches optimiert auf die eigene Struktur des Unternehmens zugeschnitten ist, quasi unbezahlbar. Auch hier findet sich also ein wichtiger Vorteil für Unternehmen.

Punkt 3: Individualisierungen auch im Kern möglich

Die Nutzung des Quellcodes und die damit verbundene Flexibilität bei einer OSS ist so groß, dass dieser Faktor hier auf zwei Punkte aufgeteilt werden muss, um seine Wichtigkeit zu unterstreichen. Bei einer OSS kann auch der bereits erstellte Quelltext verändert werden. Es besteht hier also nicht nur die Möglichkeit, neue Elemente hinzuzufügen, sondern ein bereits bestehendes System, individuell zu verändern, um es auf die Werte des Unternehmens anzupassen.

Warum dieser Punkt als zusätzlicher Punkt eingeführt wurde, ist einfach zu begründen. Als Gegenargument von kommerziellen Produkten, was die Veränderungen der Software angeht, werden oftmals Updates genannt, die die Software aktualisieren und auf die Wünsche des Kunden anpassen. Updates verändern aber nicht das Grundgerüst eines Programmes oder einer Software, sondern setzen nur neue Features ein oder passen diese an. Hier muss also klar differenziert werden.

Punkt 4: Mit vielen Menschen etwas Großes erschaffen

Die Besonderheit bei einer OSS ist, dass es hier viele verschiedene Menschen gibt, die sich mit der Software befassen und Veränderungen ausprobieren. Hierdurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Besteht für ein Unternehmen an einer bestimmten Stelle ein Problem, so kann dies über die Community diskutiert und Lösungsansätze erarbeitet werden.

Dadurch können wesentlich schneller effektive Lösungen gefunden werden, die dann auf die Software des Unternehmens übertragen werden können. Es ist also nicht zwingend erforderlich, dass man als Unternehmen selbst eine Lösung findet, sondern kann dies auch mithilfe der Open-Source-Community tun.

Punkt 5: Software in hoher Qualität durch hohe Motivation

Für viele Nutzer von Open Source-Programmen geht es nicht nur darum, jene Software zu verwenden, sondern diese auch in verschiedenen Weisen zu optimieren, zu verändern oder mithilfe neuer Features interessant für ganz neue Bereiche zu machen. Entscheidend ist hierbei die große Motivation, die hier vorherrscht. Für ein Unternehmen kann dies ein wichtiger Vorteil sein, um an das gewünschte Ziel zu kommen. Während man sich bei einer kommerziellen Software in der Regel nur an den Hersteller wenden kann, hat man bei einer OSS die Möglichkeit eine große Gruppe als Hilfe zu nutzen, die zudem auch noch hoch motiviert ist.

Bei einem kommerziellen Produkt und dem dazugehörigen Hersteller ist es in der Regel so, dass hier keine individuelle Lösung für ein Unternehmen gefunden werden kann oder soll. Ziel ist in der Regel eine etwas allgemeinere Lösung, die sich auf viele Bereiche anwenden lässt, aber im Punkt selbst nicht die Effektivität bringt, wie eine individuelle Veränderung.



Fünf wichtige Vorteile wurden in Bezug auf die Nutzung einer OSS genannt, wobei dies natürlich nur ein Ausschnitt aus zahlreichen Vorteilen darstellt. Doch ebenso wie es positive, so gibt es auch negative Faktoren, die hier benannt werden können.

Einer der wohl wichtigsten Punkte ist die Frage nach der Garantie und dem entsprechenden Support. Bei einer OSS gibt es hier keinen direkten Ansprechpartner, wie man dies von einer kommerziellen Software kennt. Darüber hinaus kann bei einer OSS auch niemand für einen Schaden, der durch die Software entstanden ist, verantwortlich gemacht werden. Bei Fehlern, Störungen oder gar Ausfällen sind Unternehmen selbst für die Behebung verantwortlich.

Ein weiterer negativer Punkt, der hier benannt werden muss, ist die Nutzbarkeit in Verbindung mit anderen Programmen. Treffen OSS und kommerzielle Programme aufeinander, so ist es nicht selten so, dass ein harmonisches Zusammenspiel nicht zu erwarten ist. Hier muss also ein oftmals sehr großer Aufwand betrieben werden, um die Verbindung herstellen zu können. Nicht selten gelingt dies auch nur bedingt, was zu Problemen bei der Nutzung führen kann. Die Kompatibilität ist an dieser Stelle nur selten gegeben.

Natürlich überwiegen im Vergleich die positiven Aspekte gegenüber den negativen Faktoren, was wohl erst einmal für eine OSS spricht. Man muss an dieser Stelle jedoch von Unternehmen zu Unternehmen abwägen, ob eine solche Software den gewünschten Vorteil bringt oder ob man hier eher mit negativen Faktoren rechnen muss. Die Nutzung und deren Effektivität sind also immer situationsbedingt zu betrachten.
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